Bei einer Cranio-Man­di­bu­lä­ren Dysfunktion (CMD) arbeiten Kie­fer­ge­len­ke, Kaumuskeln und die umliegenden Strukturen nicht mehr reibungslos zusammen. Das Kie­fer­ge­lenk ist eines der am häufigsten bewegten Gelenke des Körpers: beim Sprechen, Kauen und Schlucken.

Gerät das Zu­sam­men­spiel aus dem Gleich­ge­wicht, können sich die Beschwerden weit über den Kiefer hinaus bemerkbar machen – bis in Kopf, Nacken und Schultern. Ziel der Behandlung ist, Schmerzen im Kiefer- und Ge­sichts­be­reich zu lindern, Mus­kel­span­nun­gen zu regulieren und die Be­weg­lich­keit des Kie­fer­ge­lenks zu verbessern.

CMD-Therapie in Düsseldorf-Gerresheim

Mit einer Verordnung, zum Beispiel über Manuelle Therapie oder Kran­ken­gym­nas­tik, behandeln wir Sie in unserer Praxis in Gerresheim. Bringen Sie, falls vorhanden, Ihre Auf­biss­schie­ne und Befunde aus der Zahn­arzt­pra­xis zum ersten Termin mit.

Typische Beschwerden

Nicht jede Beschwerde zeigt sich am Kiefer selbst. Diese Anzeichen können auf eine CMD hindeuten.

  • Schmerzen im Kiefer

    Im Kiefer, im Gesicht oder direkt vor dem Ohr, oft beim Kauen.

  • Knacken oder Reiben

    Geräusche im Kiefergelenk beim Öffnen oder Schließen des Mundes.

  • Ein­ge­schränk­te Mundöffnung

    Der Mund lässt sich nicht weit oder nur schief öffnen.

  • Zäh­ne­pres­sen und -knirschen

    Oft nachts oder in stressigen Phasen, manchmal ganz unbemerkt.

  • Kopf­schmer­zen

    Vor allem an den Schläfen, häufig morgens nach dem Aufwachen.

  • Nacken und Schultern

    Verspannungen, die sich trotz Behandlung immer wieder einstellen.

Zum Ausprobieren

Selbstcheck: die Ruhelage des Kiefers

Viele Menschen pressen tagsüber die Zähne aufeinander, ohne es zu merken. Prüfen Sie mehrmals am Tag kurz, wie Ihr Kiefer gerade liegt:

  • Lippen: locker geschlossen

  • Zähne: berühren sich nicht, zwischen ihnen ist ein kleiner Spalt

  • Zunge: liegt entspannt am Gaumen, die Spitze hinter den oberen Schnei­de­zäh­nen

  • Schultern: sinken mit dem nächsten Ausatmen nach unten

Eine kleine Erinnerung hilft, etwa ein farbiger Punkt am Bild­schirm­rand. Welche Übungen darüber hinaus zu Ihnen passen, zeigen wir Ihnen in der Behandlung.

Hände behandeln die Schläfenmuskulatur einer liegenden Person

Was in der Behandlung passiert

Wir untersuchen, wie weit und wie gerade sich Ihr Mund öffnet, achten auf Ge­lenk­ge­räu­sche und tasten die Kau­mus­ku­la­tur ab. Weil Kiefer, Hals­wir­bel­säu­le und Kör­per­hal­tung eng zu­sam­men­hän­gen, schauen wir uns auch den Nacken an.

  • Mo­bi­li­sa­ti­on des Kie­fer­ge­lenks: sanfte Techniken, die die Be­weg­lich­keit verbessern sollen

  • Weich­teil­tech­ni­ken: für verspannte Kaumuskeln im Gesicht und an den Schläfen

  • Hals­wir­bel­säu­le: wenn der Nacken an den Beschwerden beteiligt ist

  • Übungen: für eine gleich­mä­ßi­ge Mundöffnung und eine entspannte Ruhelage

Begleitend kann die Nervus-Vagus-Therapie mit ruhiger Atmung helfen, Anspannung abzubauen, die sich im Kiefer festsetzt.

Zusammenarbeit

Hand in Hand mit Ihrer Zahn­arzt­pra­xis

CMD wird oft in der Zahn­arzt­pra­xis fest­ge­stellt. Häufig ergänzen sich eine Auf­biss­schie­ne und Phy­sio­the­ra­pie: Die Schiene schützt die Zähne und entlastet das Gelenk, die Phy­sio­the­ra­pie arbeitet an Muskeln, Be­weg­lich­keit und Haltung.

Phy­sio­the­ra­pie bei CMD können Zahn­ärz­tin­nen und Zahnärzte, Kie­fer­or­tho­pä­den und Ärzte verordnen. Mit Ihrem Ein­ver­ständ­nis stimmen wir uns mit der ver­ord­nen­den Praxis ab.

So läuft die CMD-Therapie ab

  1. Gespräch

    Wann treten die Beschwerden auf, morgens nach dem Aufwachen oder nach langen Tagen am Schreibtisch? Gibt es Befunde aus der Zahnarztpraxis?

  2. Un­ter­su­chung

    Mundöffnung, Gelenkgeräusche, Kaumuskulatur, Halswirbelsäule und Haltung.

  3. Behandlung

    Sanfte Techniken am Kiefergelenk, an den Kaumuskeln und bei Bedarf am Nacken.

  4. Übungen und Alltag

    Kurze Übungen und Hinweise, mit denen Sie Kiefer und Nacken auch zu Hause entlasten.

Fragen zu CMD-Therapie

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an.

Wer verordnet Phy­sio­the­ra­pie bei CMD?

Zahn­ärz­tin­nen und Zahnärzte, Kie­fer­or­tho­pä­den, Mund-Kiefer-Ge­sichts­chir­ur­gen sowie Ärztinnen und Ärzte. Mit Verordnung übernimmt die gesetzliche Kran­ken­kas­se die Kosten bis auf die übliche Zuzahlung. Privat Versicherte erhalten eine Rechnung.

Brauche ich trotzdem eine Auf­biss­schie­ne?

Das entscheidet Ihre Zahn­arzt­pra­xis. Schiene und Phy­sio­the­ra­pie schließen sich nicht aus, sondern werden oft kombiniert.

Was hat der Nacken mit dem Kiefer zu tun?

Kiefer und Hals­wir­bel­säu­le sind über Muskeln und Nerven eng verbunden. Ver­span­nun­gen im Nacken können die Kau­mus­ku­la­tur be­ein­flus­sen und umgekehrt. Deshalb untersuchen wir beides.

Wie viele Termine sind nötig?

Wie viele Termine verordnet sind, steht auf Ihrer Verordnung. Nach den ersten Terminen besprechen wir mit Ihnen, was sich verändert hat und wie es weitergeht.

Was bringe ich zum ersten Termin mit?

Ihre Verordnung, Ihre Ver­si­cher­ten­kar­te und, falls vorhanden, Ihre Auf­biss­schie­ne sowie Befunde oder Rönt­gen­bil­der aus der Zahn­arzt­pra­xis.

Behandlungsraum mit Liege und warmem Licht

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