Kran­ken­gym­nas­tik (KG) ist die Grundlage der Phy­sio­the­ra­pie. Sie verbindet aktive Übungen, bei denen Sie selbst arbeiten, mit passiven Techniken, bei denen wir Ihre Gelenke und Muskeln behandeln.

Ziel ist, dass Sie sich wieder sicher bewegen, körperlich belastbarer werden und im Alltag selbst­stän­dig zu­recht­kom­men. Wie viel davon aktiv und wie viel passiv ist, hängt vom Befund ab: Kurz nach einer Operation überwiegen oft vorsichtige, geführte Bewegungen, mit der Zeit übernehmen Sie selbst mehr.

Wann Kran­ken­gym­nas­tik infrage kommen kann

  • nach Operationen, zum Beispiel an Knie, Hüfte, Schulter oder Wirbelsäule

  • bei Rücken- und Na­cken­be­schwer­den

  • nach Sport­ver­let­zun­gen wie Bän­der­ris­sen oder Mus­kel­ver­let­zun­gen

  • bei Arthrose und ein­ge­schränk­ter Be­weg­lich­keit

  • bei Un­si­cher­heit beim Gehen oder nach einem Sturz

  • bei Hal­tungs­pro­ble­men und einseitiger Belastung im Beruf

Kran­ken­gym­nas­tik in Düsseldorf-Gerresheim

Mit Ihrer Verordnung melden Sie sich am besten gleich: Die Behandlung muss in der Regel innerhalb von 28 Tagen beginnen. Wie der erste Termin abläuft, lesen Sie im Beitrag Ihr erster Termin in der Phy­sio­the­ra­pie.

Woran wir arbeiten

Jede Behandlung setzt andere Schwerpunkte. Diese fünf Bereiche kommen in fast jeder Krankengymnastik vor.

  • Be­weg­lich­keit

    Gelenke mobilisieren und verkürzte Muskeln dehnen, damit Bewegungen wieder ohne Ausweichen gelingen.

  • Kraft

    Muskeln gezielt und dosiert aufbauen, auch nach langer Schonung oder einer Operation.

  • Ko­or­di­na­ti­on und Gleich­ge­wicht

    Sicherer stehen, gehen und Treppen steigen – besonders wichtig nach einem Sturz.

  • Stabilität

    Rumpf und Gelenke so trainieren, dass sie Belastung gut abfangen.

  • All­tags­be­we­gun­gen

    Heben, Tragen, Bücken und Sitzen so üben, dass sie weniger belasten.

Zum Ausprobieren

Aufstehen vom Stuhl

Diese Übung trainiert Beine und Gleich­ge­wicht und lässt sich gut in den Alltag einbauen, zum Beispiel jedes Mal vor dem Essen.

  1. Setzen Sie sich vorn auf einen stabilen Stuhl, die Füße hüftbreit auf dem Boden.

  2. Neigen Sie den Oberkörper leicht nach vorn und stehen Sie auf – möglichst ohne die Hände.

  3. Setzen Sie sich langsam und kon­trol­liert wieder hin.

  4. Wiederholen Sie das fünf- bis zehnmal.

Fällt Ihnen das schwer, nehmen Sie die Hände zu Hilfe oder einen höheren Stuhl. Bei Schmerzen oder Schwindel brechen Sie ab und sprechen uns beim nächsten Termin darauf an.

Training an einem Gerät im Therapieraum

Übungen, die in Ihren Alltag passen

Was in der Praxis gelingt, soll auch zu Hause klappen. Deshalb bekommen Sie keine langen Übungs­lis­ten, sondern zwei bis drei Übungen, die zu Ihrem Tagesablauf passen: am Schreib­tisch, beim Zähneputzen oder auf der Treppe.

In jedem Termin schauen wir, was sich verändert hat, und passen die Übungen an. Nach einer Knie­ope­ra­ti­on finden Sie Hinweise für die ersten Wochen im Beitrag Phy­sio­the­ra­pie nach einer Knie­pro­the­se.

So läuft die Kran­ken­gym­nas­tik ab

  1. Befund

    Wir sprechen über Ihre Beschwerden und Ziele und testen Beweglichkeit, Kraft und Gleichgewicht.

  2. Be­hand­lungs­plan

    Aus dem Befund entsteht ein Plan mit klaren Zwischenzielen, zum Beispiel wieder schmerzarm Treppen steigen.

  3. Behandlung und Training

    Passive Techniken und Übungen, die wir von Termin zu Termin anpassen und steigern.

  4. Übungen für zu Hause

    Wenige, gut erklärte Übungen, die in Ihren Alltag passen, damit das Erreichte bleibt.

Fragen zu Kran­ken­gym­nas­tik

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an.

Wie oft finden die Termine statt?

Das legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt auf der Verordnung fest. Häufig sind es ein bis drei Termine pro Woche.

Was soll ich zur Behandlung anziehen?

Bequeme Kleidung, in der Sie sich gut bewegen können, und ein großes Handtuch.

Bekomme ich Übungen für zu Hause?

Ja. Sie erhalten wenige, gut erklärte Übungen, die zu Ihrem Alltag passen, und wir passen sie im Verlauf an.

Ist Kran­ken­gym­nas­tik nur Turnen?

Nein. Neben Übungen gehören auch passive Techniken dazu, bei denen wir Gelenke bewegen, Muskeln dehnen oder Gewebe lockern. Wie das Verhältnis ist, hängt von Ihrem Befund ab.

Wer bezahlt die Kran­ken­gym­nas­tik?

Mit ärztlicher Verordnung übernimmt die gesetzliche Kran­ken­kas­se die Kosten. Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung, Kinder und Jugendliche sind befreit. Privat Versicherte erhalten eine Rechnung; die Erstattung hängt vom Tarif ab. Mehr dazu im Beitrag zur Heil­mit­tel­ver­ord­nung.

Behandlungsraum mit Liege und warmem Licht

Termin vereinbaren

Am schnellsten per Telefon. Oder Sie schreiben uns kurz, wir melden uns innerhalb eines Werktags.