Bei der Elek­tro­the­ra­pie (ELO) fließen schwache elektrische Ströme über Elektroden auf der Haut durch das Gewebe. Je nach Stromform und Einstellung wirken sie auf Nerven, Muskeln oder die Durch­blu­tung.

Die Elek­tro­the­ra­pie gehört zur phy­si­ka­li­schen Therapie und ist ein ergänzendes Heilmittel: Sie bereitet Kran­ken­gym­nas­tik oder Manuelle Therapie vor oder ergänzt sie. Ziel ist, Schmerzen zu lindern, Muskeln zu aktivieren und die weitere Behandlung zu un­ter­stüt­zen.

Wann Elek­tro­the­ra­pie infrage kommen kann

  • bei Rücken-, Nacken- und Ge­lenk­schmer­zen, ergänzend zur aktiven Behandlung

  • nach Operationen, wenn Muskeln geschwächt sind oder sich schwer anspannen lassen

  • bei Mus­kel­ver­span­nun­gen

  • zur Vor­be­rei­tung auf Kran­ken­gym­nas­tik oder Manuelle Therapie

Vier Stromformen, vier Aufgaben

Welche Stromform passt, hängt von Ihren Beschwerden und Ihrem Behandlungsziel ab.

  • TENS (Reizstrom)

    Niederfrequenter Strom, der die Weiterleitung von Schmerzsignalen beeinflussen soll. Sie spüren ein Kribbeln.

  • Mus­kel­sti­mu­la­ti­on

    Bringt einen Muskel zum Anspannen, etwa wenn sich der Oberschenkelmuskel nach einer Knieoperation schwer ansteuern lässt.

  • In­ter­fe­renz­strom

    Mittelfrequenter Strom, der tiefer liegendes Gewebe erreicht und auf der Haut kaum zu spüren ist.

  • Gleichstrom

    Die Galvanisation soll die Durchblutung im behandelten Bereich fördern.

Gut zu wissen

Bitte sagen Sie uns vorher Bescheid

Bei manchen Vor­aus­set­zun­gen dürfen bestimmte Stromformen nicht oder nur ein­ge­schränkt eingesetzt werden:

  • Herz­schritt­ma­cher oder andere elek­tro­ni­sche Implantate

  • Schwan­ger­schaft, vor allem für Be­hand­lun­gen an Bauch und Becken

  • Me­tall­im­plan­ta­te im Be­hand­lungs­ge­biet

  • offene Wunden, Haut­ver­let­zun­gen oder akute Ent­zün­dun­gen an der Be­hand­lungs­stel­le

Wir fragen das vor der ersten Anwendung ab und wählen dann eine passende Stromform oder eine andere Behandlung.

Behandlung auf der Liege, daneben ein Elektrotherapiegerät

So fühlt sich Elek­tro­the­ra­pie an

Sie liegen oder sitzen bequem, die Elektroden kommen auf die Haut über der Be­hand­lungs­stel­le. Wir erhöhen die Stromstärke langsam, bis Sie ein deutliches, aber angenehmes Kribbeln oder bei der Mus­kel­sti­mu­la­ti­on ein Anspannen des Muskels spüren. Wehtun darf es nicht.

Die Studienlage ist je nach Stromform und Beschwerde un­ter­schied­lich: Für die Mus­kel­sti­mu­la­ti­on nach bestimmten Operationen gibt es Hinweise auf einen Nutzen, bei der Schmerz­be­hand­lung mit TENS sind die Ergebnisse gemischt. Wir setzen die Elek­tro­the­ra­pie deshalb ergänzend ein und nicht anstelle von Bewegung und Übungen.

Fragen zu Elek­tro­the­ra­pie

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an.

Tut Elek­tro­the­ra­pie weh?

Nein. Sie spüren ein Kribbeln oder bei der Mus­kel­sti­mu­la­ti­on ein deutliches Anspannen des Muskels. Die Stärke stellen wir so ein, dass sie für Sie angenehm bleibt, und Sie können jederzeit Bescheid sagen.

Brauche ich dafür eine Verordnung?

Ja. Elek­tro­the­ra­pie ist ein ergänzendes Heilmittel und wird meist zusammen mit Kran­ken­gym­nas­tik oder Manueller Therapie verordnet. Gesetzlich Versicherte zahlen die übliche Zuzahlung.

Wann darf keine Elek­tro­the­ra­pie gemacht werden?

Zum Beispiel bei einem Herz­schritt­ma­cher oder anderen elek­tro­ni­schen Implantaten, in der Schwan­ger­schaft im Bereich von Bauch und Becken, bei offenen Wunden, Haut­ver­let­zun­gen oder akuten Ent­zün­dun­gen an der Be­hand­lungs­stel­le. Me­tall­im­plan­ta­te schließen manche Stromformen aus. Sagen Sie uns vor der ersten Behandlung, was davon auf Sie zutrifft.

Wie lange dauert eine Anwendung?

Je nach Stromform und Be­hand­lungs­ziel etwa 10 bis 20 Minuten.

Behandlungsraum mit Liege und warmem Licht

Termin vereinbaren

Am schnellsten per Telefon. Oder Sie schreiben uns kurz, wir melden uns innerhalb eines Werktags.