Elektrotherapie
Schwache elektrische Ströme, gezielt über Elektroden auf der Haut eingesetzt: zur Schmerzlinderung, zur Muskelstimulation und zur Förderung der Durchblutung.
- Dauer
- ca. 10–20 Minuten
- Abrechnung
- Gesetzlich und privat
- Voraussetzung
- Ärztliche Verordnung
Bei der Elektrotherapie (ELO) fließen schwache elektrische Ströme über Elektroden auf der Haut durch das Gewebe. Je nach Stromform und Einstellung wirken sie auf Nerven, Muskeln oder die Durchblutung.
Die Elektrotherapie gehört zur physikalischen Therapie und ist ein ergänzendes Heilmittel: Sie bereitet Krankengymnastik oder Manuelle Therapie vor oder ergänzt sie. Ziel ist, Schmerzen zu lindern, Muskeln zu aktivieren und die weitere Behandlung zu unterstützen.
Wann Elektrotherapie infrage kommen kann
bei Rücken-, Nacken- und Gelenkschmerzen, ergänzend zur aktiven Behandlung
nach Operationen, wenn Muskeln geschwächt sind oder sich schwer anspannen lassen
bei Muskelverspannungen
zur Vorbereitung auf Krankengymnastik oder Manuelle Therapie
Vier Stromformen, vier Aufgaben
Welche Stromform passt, hängt von Ihren Beschwerden und Ihrem Behandlungsziel ab.
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TENS (Reizstrom)
Niederfrequenter Strom, der die Weiterleitung von Schmerzsignalen beeinflussen soll. Sie spüren ein Kribbeln.
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Muskelstimulation
Bringt einen Muskel zum Anspannen, etwa wenn sich der Oberschenkelmuskel nach einer Knieoperation schwer ansteuern lässt.
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Interferenzstrom
Mittelfrequenter Strom, der tiefer liegendes Gewebe erreicht und auf der Haut kaum zu spüren ist.
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Gleichstrom
Die Galvanisation soll die Durchblutung im behandelten Bereich fördern.
Gut zu wissen
Bitte sagen Sie uns vorher Bescheid
Bei manchen Voraussetzungen dürfen bestimmte Stromformen nicht oder nur eingeschränkt eingesetzt werden:
Herzschrittmacher oder andere elektronische Implantate
Schwangerschaft, vor allem für Behandlungen an Bauch und Becken
Metallimplantate im Behandlungsgebiet
offene Wunden, Hautverletzungen oder akute Entzündungen an der Behandlungsstelle
Wir fragen das vor der ersten Anwendung ab und wählen dann eine passende Stromform oder eine andere Behandlung.
So fühlt sich Elektrotherapie an
Sie liegen oder sitzen bequem, die Elektroden kommen auf die Haut über der Behandlungsstelle. Wir erhöhen die Stromstärke langsam, bis Sie ein deutliches, aber angenehmes Kribbeln oder bei der Muskelstimulation ein Anspannen des Muskels spüren. Wehtun darf es nicht.
Die Studienlage ist je nach Stromform und Beschwerde unterschiedlich: Für die Muskelstimulation nach bestimmten Operationen gibt es Hinweise auf einen Nutzen, bei der Schmerzbehandlung mit TENS sind die Ergebnisse gemischt. Wir setzen die Elektrotherapie deshalb ergänzend ein und nicht anstelle von Bewegung und Übungen.
Fragen zu Elektrotherapie
Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an.
Tut Elektrotherapie weh?
Nein. Sie spüren ein Kribbeln oder bei der Muskelstimulation ein deutliches Anspannen des Muskels. Die Stärke stellen wir so ein, dass sie für Sie angenehm bleibt, und Sie können jederzeit Bescheid sagen.
Brauche ich dafür eine Verordnung?
Ja. Elektrotherapie ist ein ergänzendes Heilmittel und wird meist zusammen mit Krankengymnastik oder Manueller Therapie verordnet. Gesetzlich Versicherte zahlen die übliche Zuzahlung.
Wann darf keine Elektrotherapie gemacht werden?
Zum Beispiel bei einem Herzschrittmacher oder anderen elektronischen Implantaten, in der Schwangerschaft im Bereich von Bauch und Becken, bei offenen Wunden, Hautverletzungen oder akuten Entzündungen an der Behandlungsstelle. Metallimplantate schließen manche Stromformen aus. Sagen Sie uns vor der ersten Behandlung, was davon auf Sie zutrifft.
Wie lange dauert eine Anwendung?
Je nach Stromform und Behandlungsziel etwa 10 bis 20 Minuten.