Die Manuelle Therapie (MT) ist eine eigene Un­ter­su­chungs- und Be­hand­lungs­me­tho­de innerhalb der Phy­sio­the­ra­pie. Sie richtet sich an Funk­ti­ons­stö­run­gen der Gelenke und der Strukturen rundherum: Muskeln, Bänder, Ge­lenk­kap­seln und Nerven.

Dabei schauen wir auf zwei Ebenen. Auf die Mechanik: Wie bewegen sich die Ge­lenk­flä­chen zueinander, wo ist das Gelenkspiel ein­ge­schränkt? Und auf das Ner­ven­sys­tem, das Schmerz und Mus­kel­span­nung steuert. Ziel ist, Schmerzen zu lindern und die natürliche Be­weg­lich­keit wie­der­her­zu­stel­len.

Wann Manuelle Therapie infrage kommen kann

  • Nacken- und Rü­cken­schmer­zen, auch mit Aus­strah­lung in Arm oder Bein

  • steife Gelenke nach einer Verletzung, Operation oder Ru­hig­stel­lung

  • Beschwerden an Schulter, Ellenbogen und Hand, zum Beispiel beim Armheben oder Greifen

  • Hüft-, Knie- und Fußprobleme, etwa nach einem um­ge­knick­ten Sprung­ge­lenk

  • Kopf­schmer­zen, bei denen die Hals­wir­bel­säu­le mitspielt

  • Kie­fer­be­schwer­den – mehr dazu unter CMD-Therapie

Manuelle Therapie in Düsseldorf-Gerresheim

Für die Manuelle Therapie in unserer Praxis in Gerresheim brauchen Sie eine Verordnung mit dem Vermerk „MT“. Passt es zu Ihrem Befund, ergänzen wir sie um Techniken der Fas­zi­en­the­ra­pie (FDM).

Therapeut mobilisiert mit beiden Händen die Brustwirbelsäule eines liegenden Patienten

Was in der Behandlung passiert

Am Anfang steht eine genaue Un­ter­su­chung. Wir prüfen, wie weit und wie leicht sich ein Gelenk bewegen lässt, wie sich das Gelenkspiel anfühlt und welche Bewegung Ihre Beschwerden auslöst. Auch die Nach­bar­re­gio­nen gehören dazu: Ein Schul­ter­pro­blem hat seinen Ursprung manchmal in der Brust­wir­bel­säu­le.

  • Ge­lenk­mo­bi­li­sa­ti­on: sanfte, rhythmische Bewegungen und leichter Zug, die das Gelenkspiel verbessern sollen

  • Weich­teil­tech­ni­ken: Druck und Dehnung für verspannte Muskeln und festes Gewebe

  • Ner­ven­mo­bi­li­sa­ti­on: Bewegungen, die Nerven in ihrer Umgebung wieder besser gleiten lassen sollen

  • Aktive Übungen: damit Sie die gewonnene Be­weg­lich­keit mit eigener Muskelkraft halten

Die Griffe sind in der Regel gut verträglich. Wir sagen Ihnen vorher, was Sie spüren dürfen, und passen die Intensität laufend an.

Manuelle Therapie oder Chi­ro­the­ra­pie?

Beide arbeiten mit den Händen an Gelenken und Wirbelsäule und werden deshalb oft verwechselt.

Manuelle Therapie

  • durch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung
  • vor allem sanfte, rhythmische Mobilisation und Weichteiltechniken
  • kombiniert mit Übungen für zu Hause
  • mehrere Termine nach ärztlicher Verordnung

Chi­ro­the­ra­pie

  • durch Ärztinnen und Ärzte mit Zusatzbezeichnung
  • häufig schnelle, gezielte Impulse, die ein Gelenk lösen sollen
  • oft einzelne Behandlungen in der Arztpraxis
  • die ärztliche Diagnose steht am Anfang

Welche Behandlung passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Beides kann sich auch ergänzen.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Steifer Nacken nach langen Bild­schirm­ta­gen

Eine Bürokraft kommt mit einer Verordnung über Manuelle Therapie: Der Nacken ist abends steif, beim Schul­ter­blick nach links zieht es. In der Un­ter­su­chung zeigt sich, dass auch die obere Brust­wir­bel­säu­le wenig beweglich ist.

Die Behandlung setzt deshalb an beiden Stellen an: Mo­bi­li­sa­ti­on der Brust­wir­bel­säu­le, Weich­teil­tech­ni­ken an der Na­cken­mus­ku­la­tur und zwei kurze Übungen für die Pause am Schreib­tisch. In jedem Termin prüfen wir, wie sich der Schul­ter­blick verändert hat, und passen den Plan an.

Ein solcher Verlauf ist ein Beispiel, kein Versprechen: Wie Ihre Behandlung aussieht, ergibt sich aus Ihrem Befund. Tipps für den Ar­beits­platz finden Sie im Beitrag Verspannter Nacken im Homeoffice.

So läuft die Manuelle Therapie ab

  1. Gespräch

    Sie erzählen, seit wann die Beschwerden bestehen, wann sie stärker werden und was Sie im Alltag wieder können möchten.

  2. Un­ter­su­chung

    Wir testen Beweglichkeit, Gelenkspiel, Muskeln und Nerven und finden heraus, welche Struktur beteiligt ist.

  3. Behandlung

    Gezielte Mobilisation und Weichteiltechniken genau an dieser Stelle, abgestimmt auf Ihr Empfinden.

  4. Übungen für zu Hause

    Zwei, drei Übungen, die das Ergebnis im Alltag halten. In jedem Termin prüfen wir, was sich verändert hat.

Fragen zu Manuelle Therapie

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an.

Brauche ich dafür eine eigene Verordnung?

Ja. Manuelle Therapie muss auf der Verordnung aus­drück­lich angegeben sein (Kürzel „MT“).

Ist die Behandlung unangenehm?

Die Techniken sind in der Regel gut verträglich. Wir sprechen vorab, was Sie spüren dürfen, und passen die Intensität laufend an.

Knackt es bei der Behandlung?

Meistens nicht: Die meisten Techniken sind langsame, rhythmische Bewegungen. Knackt ein Gelenk doch einmal, ist das harmlos, aber kein Maß dafür, ob die Behandlung wirkt.

Ist Manuelle Therapie das Gleiche wie Phy­sio­the­ra­pie?

Manuelle Therapie ist ein Teil der Phy­sio­the­ra­pie. Phy­sio­the­ra­peu­tin­nen und Phy­sio­the­ra­peu­ten erwerben sie in einer eigenen Wei­ter­bil­dung mit mindestens 260 Un­ter­richts­ein­hei­ten und dürfen sie erst danach mit den Kran­ken­kas­sen abrechnen. Sie ist nicht zu verwechseln mit der ärztlichen Chi­ro­the­ra­pie.

Wann ist Manuelle Therapie nicht geeignet?

Bei frischen Kno­chen­brü­chen, akuten Ent­zün­dun­gen oder unklaren Beschwerden behandeln wir anders oder sprechen zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Das klären wir in der Un­ter­su­chung.

Zahlt die Kran­ken­kas­se Manuelle Therapie?

Ja, wenn sie ärztlich verordnet ist. Gesetzlich Versicherte zahlen die übliche Zuzahlung. Privat Versicherte erhalten eine Rechnung.

Behandlungsraum mit Liege und warmem Licht

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