Manuelle Therapie
Gezielte Handgriffe für Gelenke, Muskeln und Nerven: Wir finden heraus, wo eine Bewegung hakt, und behandeln genau dort – ergänzt um Übungen für zu Hause.
- Dauer
- ca. 20 Minuten
- Abrechnung
- Gesetzlich und privat
- Voraussetzung
- Ärztliche Verordnung
Die Manuelle Therapie (MT) ist eine eigene Untersuchungs- und Behandlungsmethode innerhalb der Physiotherapie. Sie richtet sich an Funktionsstörungen der Gelenke und der Strukturen rundherum: Muskeln, Bänder, Gelenkkapseln und Nerven.
Dabei schauen wir auf zwei Ebenen. Auf die Mechanik: Wie bewegen sich die Gelenkflächen zueinander, wo ist das Gelenkspiel eingeschränkt? Und auf das Nervensystem, das Schmerz und Muskelspannung steuert. Ziel ist, Schmerzen zu lindern und die natürliche Beweglichkeit wiederherzustellen.
Wann Manuelle Therapie infrage kommen kann
Nacken- und Rückenschmerzen, auch mit Ausstrahlung in Arm oder Bein
steife Gelenke nach einer Verletzung, Operation oder Ruhigstellung
Beschwerden an Schulter, Ellenbogen und Hand, zum Beispiel beim Armheben oder Greifen
Hüft-, Knie- und Fußprobleme, etwa nach einem umgeknickten Sprunggelenk
Kopfschmerzen, bei denen die Halswirbelsäule mitspielt
Kieferbeschwerden – mehr dazu unter CMD-Therapie
Manuelle Therapie in Düsseldorf-Gerresheim
Für die Manuelle Therapie in unserer Praxis in Gerresheim brauchen Sie eine Verordnung mit dem Vermerk „MT“. Passt es zu Ihrem Befund, ergänzen wir sie um Techniken der Faszientherapie (FDM).
Was in der Behandlung passiert
Am Anfang steht eine genaue Untersuchung. Wir prüfen, wie weit und wie leicht sich ein Gelenk bewegen lässt, wie sich das Gelenkspiel anfühlt und welche Bewegung Ihre Beschwerden auslöst. Auch die Nachbarregionen gehören dazu: Ein Schulterproblem hat seinen Ursprung manchmal in der Brustwirbelsäule.
Gelenkmobilisation: sanfte, rhythmische Bewegungen und leichter Zug, die das Gelenkspiel verbessern sollen
Weichteiltechniken: Druck und Dehnung für verspannte Muskeln und festes Gewebe
Nervenmobilisation: Bewegungen, die Nerven in ihrer Umgebung wieder besser gleiten lassen sollen
Aktive Übungen: damit Sie die gewonnene Beweglichkeit mit eigener Muskelkraft halten
Die Griffe sind in der Regel gut verträglich. Wir sagen Ihnen vorher, was Sie spüren dürfen, und passen die Intensität laufend an.
Manuelle Therapie oder Chirotherapie?
Beide arbeiten mit den Händen an Gelenken und Wirbelsäule und werden deshalb oft verwechselt.
Manuelle Therapie
- durch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung
- vor allem sanfte, rhythmische Mobilisation und Weichteiltechniken
- kombiniert mit Übungen für zu Hause
- mehrere Termine nach ärztlicher Verordnung
Chirotherapie
- durch Ärztinnen und Ärzte mit Zusatzbezeichnung
- häufig schnelle, gezielte Impulse, die ein Gelenk lösen sollen
- oft einzelne Behandlungen in der Arztpraxis
- die ärztliche Diagnose steht am Anfang
Welche Behandlung passt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Beides kann sich auch ergänzen.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Steifer Nacken nach langen Bildschirmtagen
Eine Bürokraft kommt mit einer Verordnung über Manuelle Therapie: Der Nacken ist abends steif, beim Schulterblick nach links zieht es. In der Untersuchung zeigt sich, dass auch die obere Brustwirbelsäule wenig beweglich ist.
Die Behandlung setzt deshalb an beiden Stellen an: Mobilisation der Brustwirbelsäule, Weichteiltechniken an der Nackenmuskulatur und zwei kurze Übungen für die Pause am Schreibtisch. In jedem Termin prüfen wir, wie sich der Schulterblick verändert hat, und passen den Plan an.
Ein solcher Verlauf ist ein Beispiel, kein Versprechen: Wie Ihre Behandlung aussieht, ergibt sich aus Ihrem Befund. Tipps für den Arbeitsplatz finden Sie im Beitrag Verspannter Nacken im Homeoffice.
So läuft die Manuelle Therapie ab
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Gespräch
Sie erzählen, seit wann die Beschwerden bestehen, wann sie stärker werden und was Sie im Alltag wieder können möchten.
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Untersuchung
Wir testen Beweglichkeit, Gelenkspiel, Muskeln und Nerven und finden heraus, welche Struktur beteiligt ist.
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Behandlung
Gezielte Mobilisation und Weichteiltechniken genau an dieser Stelle, abgestimmt auf Ihr Empfinden.
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Übungen für zu Hause
Zwei, drei Übungen, die das Ergebnis im Alltag halten. In jedem Termin prüfen wir, was sich verändert hat.
Fragen zu Manuelle Therapie
Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an.
Brauche ich dafür eine eigene Verordnung?
Ja. Manuelle Therapie muss auf der Verordnung ausdrücklich angegeben sein (Kürzel „MT“).
Ist die Behandlung unangenehm?
Die Techniken sind in der Regel gut verträglich. Wir sprechen vorab, was Sie spüren dürfen, und passen die Intensität laufend an.
Knackt es bei der Behandlung?
Meistens nicht: Die meisten Techniken sind langsame, rhythmische Bewegungen. Knackt ein Gelenk doch einmal, ist das harmlos, aber kein Maß dafür, ob die Behandlung wirkt.
Ist Manuelle Therapie das Gleiche wie Physiotherapie?
Manuelle Therapie ist ein Teil der Physiotherapie. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten erwerben sie in einer eigenen Weiterbildung mit mindestens 260 Unterrichtseinheiten und dürfen sie erst danach mit den Krankenkassen abrechnen. Sie ist nicht zu verwechseln mit der ärztlichen Chirotherapie.
Wann ist Manuelle Therapie nicht geeignet?
Bei frischen Knochenbrüchen, akuten Entzündungen oder unklaren Beschwerden behandeln wir anders oder sprechen zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Das klären wir in der Untersuchung.
Zahlt die Krankenkasse Manuelle Therapie?
Ja, wenn sie ärztlich verordnet ist. Gesetzlich Versicherte zahlen die übliche Zuzahlung. Privat Versicherte erhalten eine Rechnung.