Faszientherapie (FDM)
Schmerzorientierte Behandlung des Bindegewebes nach dem Fasziendistorsionsmodell: Wie Sie Ihren Schmerz beschreiben und zeigen, bestimmt die Technik.
- Dauer
- ca. 20 Minuten
- Abrechnung
- Gesetzlich und privat
- Voraussetzung
- Ärztliche Verordnung
Faszien sind das Bindegewebe, das Muskeln, Organe und Gelenke umhüllt und miteinander verbindet. Es durchzieht den ganzen Körper wie ein Netz und muss zugleich stabil und gut verschiebbar sein. Ist diese Balance gestört, kann sich das als Schmerz, Spannungsgefühl oder Bewegungseinschränkung bemerkbar machen.
Wir arbeiten nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM), das der amerikanische Arzt Stephen Typaldos entwickelt hat. Ziel ist, fasziale Spannungen zu lösen, die Gewebebeweglichkeit zu verbessern und das Zusammenspiel von Muskeln und Bindegewebe zu unterstützen.
Schmerzorientiert: Ihre Beschreibung zählt
Das Besondere am FDM ist der Ausgangspunkt: Ihre eigene Beschreibung. Zeigen Sie mit dem Finger auf einen Punkt oder streichen Sie mit der Hand an einer Linie entlang? Wie Menschen ihren Schmerz zeigen, gibt Hinweise darauf, welche Veränderung im Gewebe vorliegen kann – und damit, welche Technik passt.
Wann Faszientherapie infrage kommen kann
Schmerzen und Spannungsgefühl in Nacken, Schulter oder Rücken
Bewegungseinschränkungen, die sich nicht allein durch das Gelenk erklären lassen
Beschwerden nach Verstauchungen, Zerrungen und Überlastungen, etwa am Sprunggelenk
ziehende Schmerzen entlang einer Linie, zum Beispiel an der Außenseite des Oberschenkels
Faszientherapie in Düsseldorf-Gerresheim
In unserer Praxis in Gerresheim ist die Faszientherapie Teil der Behandlung mit einer Verordnung über Krankengymnastik oder Manuelle Therapie, wenn sie zu Ihrem Befund passt. Fragen Sie gern nach, ob sie für Ihre Beschwerden infrage kommt.
Sechs Formen nach dem Modell
Das FDM unterscheidet sechs Arten, wie sich Fasziengewebe verändern kann. Jede hat ihre typische Geste und ihre eigene Technik.
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Triggerband
Ein verdrehter Faszienzug. Typisch: Sie streichen mit den Fingern an einer Linie entlang.
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Hernierter Triggerpunkt
Gewebe, das sich durch eine Faszienschicht vorwölbt. Typisch: Sie drücken mit den Fingern tief in eine Stelle.
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Kontinuumdistorsion
Eine Störung am Übergang von Band zu Knochen. Typisch: Sie zeigen mit einem Finger auf einen Punkt.
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Faltdistorsion
Gewebe um ein Gelenk, das sich wie eine verbogene Faltung verhält. Typisch: Schmerz tief im Gelenk.
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Zylinderdistorsion
Verdrehtes Gewebe in der Fläche. Typisch: wechselnde, schwer zu greifende Beschwerden.
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Tektonische Fixation
Ein Gelenk, das wie festgefahren wirkt. Typisch: Sie bewegen es, um es „zu lösen“.
Wie sich die Behandlung anfühlt
Die FDM-Techniken arbeiten mit den Daumen und gezieltem, oft kräftigem Druck entlang des betroffenen Gewebes. Das kann für einen Moment deutlich zu spüren sein.
Sie bestimmen mit: Wir sprechen die Intensität vorher ab und unterbrechen jederzeit, wenn Sie es möchten. Danach können vorübergehend Druckempfindlichkeit oder kleine blaue Flecken auftreten.
Wichtig ist, was danach kommt: Die gewonnene Beweglichkeit nutzen wir direkt für Bewegung und Übungen, damit sie im Alltag ankommt.
Faszientherapie oder Massage?
Beides arbeitet mit den Händen am Gewebe, verfolgt aber ein anderes Ziel.
Faszientherapie (FDM)
- gezielt an einer Stelle oder Linie
- die Technik ergibt sich aus Ihrer Schmerzbeschreibung
- oft kräftiger, kurzer Druck mit dem Daumen
- direkt danach wird die Bewegung geprüft
Klassische Massage
- eher flächig auf Haut und Muskulatur
- feste Grifffolgen wie Streichen und Kneten
- meist gleichmäßiger, angenehmer Druck
- Ziel ist vor allem Entspannung
Was die Forschung sagt
Ein Baustein, kein Allheilmittel
Das Fasziendistorsionsmodell ist in der Praxis verbreitet, die wissenschaftliche Studienlage dazu ist aber noch begrenzt. Wir setzen es deshalb nicht als alleinige Behandlung ein, sondern zusammen mit Manueller Therapie und aktiver Krankengymnastik.
So läuft die Faszientherapie ab
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Beschreiben und zeigen
Sie zeigen uns, wo und wie es wehtut, und beschreiben, welche Bewegung schwerfällt.
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Befund
Wir prüfen Beweglichkeit und Gewebe und ordnen Ihre Beschwerden ein.
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Gezielte Technik
Daumentechniken am betroffenen Fasziengewebe, in einer Intensität, die wir mit Ihnen absprechen.
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Bewegung prüfen
Direkt danach testen wir die Bewegung erneut und üben, sie im Alltag zu nutzen.
Fragen zu Faszientherapie
Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an.
Tut die Faszientherapie weh?
Der Druck kann kurz deutlich spürbar sein. Wir sprechen die Intensität vorher ab, und Sie können jederzeit „Stopp“ sagen. Leichte Druckempfindlichkeit oder kleine blaue Flecken danach sind möglich und klingen in der Regel nach wenigen Tagen ab.
Brauche ich eine eigene Verordnung für FDM?
Nein. Eine eigene Heilmittel-Position „FDM“ gibt es nicht. Wir setzen die Techniken im Rahmen einer Verordnung über Krankengymnastik oder Manuelle Therapie ein, wenn sie zu Ihrem Befund passen.
Was ist der Unterschied zu einer Massage?
Eine Massage wirkt eher flächig auf Haut und Muskulatur. Beim FDM behandeln wir gezielt eine Stelle oder eine Linie im Bindegewebe, die sich aus Ihrer Schmerzbeschreibung ergibt.
Wann ist Faszientherapie nicht geeignet?
Zum Beispiel bei Hauterkrankungen im Behandlungsgebiet, frischen Verletzungen oder akuten Entzündungen. Nehmen Sie blutverdünnende Medikamente, sagen Sie es uns bitte, dann wählen wir sanftere Techniken oder eine andere Behandlung.
Was mache ich nach der Behandlung?
In Bewegung bleiben. Alltagsbewegung und die Übungen, die wir Ihnen zeigen, sorgen dafür, dass Sie die neue Beweglichkeit auch nutzen.